Grazer Stadtplauderei inspiriert – 55 Sätze aus dem Anekdotenband

Grazer Stadtplauderei inspiriert – 55 Sätze aus dem Anekdotenband

„Da fallen mir auch jede Menge Geschichten ein“, sagen die meisten, die Anekdoten in der Grazer Stadtplauderei gelesen oder von mir eine Kostprobe daraus gehört haben.

Kein Wunder, denn bei der Zeitreise durch die früheren Jahrzehnte von Graz geht es um unterhaltsame Geschichten und Hintergründe zu besonderen Ereignissen.

Für mich ist dieses Buch eine späte Liebeserklärung an die Murmetropole, in der ich geboren und aufgewachsen bin.

Stadtplauderei
Geschichten aus Graz

Aber die Grazer Stadtplauderei soll für Sie auch ein kreativer Funke sein, der hoffentlich überspringt und  zu eigenen Ideen inspiriert und motiviert.

Vielleicht macht es Ihnen Spaß, wenn Sie nach dem Muster dieser Geschichten Ihre ganz persönliche Stadtplauderei aufschreiben?

Es muss ja nicht gleich ein Buch daraus werden. Eine Anekdote für die nächste Familienfeier oder für einen besonderen Anlass wäre ein guter Anfang.

Ihre Erinnerungen, Anekdoten, alten Fotos und Erinnerungsstücken warten nur darauf, von Ihnen neues Leben eingehaucht zu bekommen.

Falls Sie meinen Anekdotenband noch nicht gelesen haben, kommt nun die Inspiration in 55 Sätzen zu Ihnen.

 

Wissenswerte Grazer Stadtplauderei

Erfahren Sie, warum alle CSI-Serien ihre Wurzeln in der steirischen Hauptstadt haben oder wie Aktivisten bei einer Nacht-und-Nebel-Aktion den ersten (illegalen) Fahrradweg aufmalten.

Manches ist nur noch Erinnerung, wie das Paradies für Kinder, der Karajan von Graz, der Kaufhaus-Löwe oder der allseits beliebte 2er.

Vieles gibt es zum Glück noch heute wie den Stadtpark, den Kaiser-Josef-Markt, die Weikhard-Uhr, Kastner & Öhler, die köstlichen Wagner-Brezen, Fahrradwege, Fußgängerzonen und vieles mehr.

 

55 Sätze aus der Grazer Stadtplauderei

Glanz und Glitzer

1. Bis in die 80er-Jahre zählte die Annenstraße zu den größten Einkaufsstraßen Österreichs.

2. Wenn wir die österreichische Version des Spiels „DKT – Das Kaufmännische Talent“ – besaßen, versuchten wir die teuren Grundstücke der Grazer Prachtstraße zu ergattern, damit unsere Mitspieler hohe Mieten zahlen mussten.

3. Anna Maria, die Gemahlin von Kaiser Ferdinand I, fungierte als Namensgeberin und bereits um 1900 präsentierte sich die Annenstraße als blühende Geschäfts- und Produktionsstraße.

4. Bei unseren Spaziergängen Ende der „Goldenen Sechziger“ gab es immer viel zu sehen und zu kaufen: glitzernde Kristallluster, Spiegel und Lampen, wunderschöne Hochzeitskleider im großen Brautladengeschäft, Taschen und Schuhe, Tiegelchen, Fläschchen und Düfte in Parfumerien, schicke Mode in den Auslagen der Damen- und Herrenausstatter und natürlich wurden auch Hutträger fündig.

 

Bomben auf Graz

5. Seit Jahrhunderten war der Grazer Schloßberg bei Bedrohungen der Stadt ein Zufluchtsort für die Bevölkerung.

6. Bei insgesamt 57 Luftangriffen wurden rund 17.000 Bomben auf Graz abgeworfen, die an die 7800 Gebäude zerstörten, 11.065 Wohnungen beschädigten, rund 2000 Personen töteten und 1500 verletzten.

7. „Wir hatten von einem Moment zum anderen nicht mehr als die Kleider, die wir am Leib trugen.“

 

Märchenhafte Tour

8. Am 29. November 1968 wurde die „Schloßberg-Grottenbahn“ eröffnet.

9. Zwei kleine Züge mit je zwanzig Plätzen fuhren mit rund vier Stundenkilometer durch das Stollensystem – von einer Märchenszene zur nächsten.

10. Frau Holle, Rumpelstilzchen, Gestiefelter Kater, Tischlein deck dich, Schneeweißchen und Rosenrot – gespannt warteten wir, welches Märchen uns als nächstes überraschen würde.

 

Alles unter einem Dach

11. In der Sackstraße, dem ältesten noch bestehenden Straßenzug der Murmetropole, befindet sich das Parade-Kaufhaus „Kastner & Öhler“.

Grazer Stadtplauderei Kastner & Öhler 1928
Grazer Stadtplauderei: Kastner & Öhler 1928 (Foto: K&Ö-Archiv)

12. Der „Kastner“ war immer eng mit der Geschichte der Stadt verbunden: er überdauerte Börsenkrachs, Wirtschaftskrisen, Weltkriege. (Anm: 2018 feiert das Stammhaus Graz sein 135. Jubiläum)

13.  Drinnen wie draußen standen unzählige Modebewusste und Schaulustige, um einen Blick auf die Mannequins zu erhaschen, die die aktuellen Modelle vorführten.

14. Als in den frühen 70er-Jahren T-Shirts aufkamen, galten diese für viele unserer Mütter noch als Unterleibchen zweiter Wahl, mit denen man nicht auf die Straße ging.

 

Um vier bei der Weikhard-Uhr

15. Die große Uhr vor dem Uhren- und Juweliergeschäft Anton Weikhards Söhne am Hauptplatz ist seit 1930 ein beliebter Treffpunkt in der Altstadt.

16. Was die Weikhard-Uhr wohl alles erzählen könnte, wie viele Freundschaften und Liebesgeschichten hier ihren Anfang nahmen?

17. Es kam damals immer wieder vor, dass jemand in seiner Not im Geschäft anrief, die oder den auf ihn draußen Wartenden beschrieb und die Mitarbeiterinnen bat, etwas auszurichten.

 

Puppen, Plüschtiere und Lego-Eldorado

18. Das Paradies für Grazer Kinder – das Spielwarengeschäft Koch – befand sich früher einmal am Hauptplatz, Ecke Murgasse.

19. Zur Weihnachtszeit erwartete uns eine hübsche Winterwelt in der sich sogar Figuren und Gegenstände bewegten.

 

Königlicher Besuch

20. Dunkle Regenwolken schreckten am 9. Mai 1969 tausende Grazerinnen und Grazer nicht ab, geduldig auf einen ganz besonderen Gast zu warten: Die englische Königin Elisabeth II stattete auch der Murmetropole einen Staatsbesuch ab.

21. Es war der erste Österreichbesuch der Queen und blieb bis dato auch der letzte.

22. In unserer „Kleinen“ (Anm.: Kleine Zeitung) stand, dass die Queen „einen schicken, dottergelben Mantel aus Wollstoff und einen Organdyhut in gleicher Farbe“ trug und dass ihr Gemahl Prinz Philip Grazer Wurzeln hatte. (Anm: Sein Großvater, Prinz Philip Mountbatten, war 1854 in der Murmetropole als Graf Ludwig von Battenberg geboren worden.)

 

Gut behütet

23. Graz galt in der Monarchie und dann von 1950 bis 1980 als Huthauptstadt Österreichs.

24. Im eleganten Ambiente des Hotels Zum Erzherzog Johann fand 1950 der erste „Huterball“ statt.

25. Vorsichtig hob ich die Hüte aus ihrer Verpackung und setzte einen nach dem anderen auf, drehte und wendete mich damit vor dem Spiegel.

Grazer Stadtplauderei: Gut behütet in Graz
Grazer Stadtplauderei: Gut behütet in Graz

 

Beliebter „2er“

26. Zum ersten Mal war der „2er“ (Anm.: Straßenbahnlinie) im Juni 1878 vom Südbahnhof bis zum Jakominiplatz gefahren – damals noch von Pferden gezogen.

27. Gern standen wir Kinder fasziniert hinter dem Fahrer und schauten ihm zu, wie er mit den Hebeln hantiert.

28. Niemand verstand, warum gerade der wirtschaftlich so ertragreiche „2er“ durch Autobusse ersetzt wurde.

 

Einkaufsbummel am Kaiser-Josef-Platz

29. Die Kürbisverkäuferin hobelte das frische Gemüse mit einem großen Reibeisen in Stifte, die sie in durchsichtige Plastiksäckchen verpackte, die rasch in den Einkaufskörben der Kunden verschwanden.

30. Eier, Äpfel, Krauthäuptel, Käferbohnen und Kernöl standen ebenso auf unserer Einkaufsliste wie Obst, Gemüse und Blumen.

31. Die einen priesen ihre Waren an, die anderen kosteten und prüften und zusammen feilschten sie um den besten Preis.

 

Der Karajan von Graz

32. Der „Dietrichsteinplatzkönig“ oder der „Karajan von Graz“ sorgte dafür, dass abwechselnd Auto-, Motorrad-, Radfahrer und Fußgänger zu ihrem Recht kamen.

33. Was für ein Verkehrsballett, das er uns jedes Mal bot, während er niemals aus dem Takt kam und allen den richtigen Einsatz gab: Autos halt! Jetzt bitte losfahren! Achtung Straßenbahn! Fußgänger bitte den Zebrastreifen queren! Stehenbleiben!

 

Verwunschene Welten

Grazer Stadtparkspaziergang 1964
Grazer Stadtplauderei: Spaziergang 1964

34. 1873 war der Stadtpark als „Naturpark nach Art eines englischen Gartens“ eröffnet worden in dem exotische Bäume, Doppelalleen, Blumenbeete, gusseiserne Parkbänke und Gaslaternen zum Prominieren und Verweilen einluden.

35. Prunkstück des Parks wurde der Stadtparkbrunnen, der anlässlich der Wiener Weltausstellung 1873 von Jean Jules Klagmann entworfen und von Antoine Durénne gegossen wurde.

36. In den 60er-Jahren waren es Hunderte Eichhörnchen, die im Stadtpark von Baum zu Baum sprangen und über die Grünflächen flitzten.

37. Es war wie ein Eintauchen in eine geheimnisvolle Welt, ein verwunschener Garten.

 

CSI Graz

38. Liebhaber moderner Kriminalliteratur und begeisterte CSI-Serien-Gucker sollten wissen, dass alles in Graz seinen Anfang nahm: hier wurde am 26. Dezember 1847 Johann Baptist Gustav Gross geboren, der die Welt der Kriminologie bahnbrechend verändern und zum „Vater der Spurensicherung“ werden sollte.

Grazer Stadtplauderei: Tatortkoffer
Grazer Stadtplauderei: Der Tatortkoffer von Hans Gross (Foto: Kriminalmuseum Graz)

39. Sein „Handbuch für Untersuchungsrichter, Polizeibeamte, Gendarmen“ wurde zu einem Meilenstein der modernen Kriminologie.

40. Seine Erkenntnisse wurden in viele Sprachen übersetzt und sogar das amerikanische FBI orientierte sich an seinen Werken.

 

Brezenfrau und Brezenmann

41. Um 1860 eröffnete Gotfried Wagner die „Erste Gratzer-Bretzen-Bäckerei“.

42. Das Rezept stammte aus einem italienischen Kloster.

43. Die Brezenfrau oder der Brezenmann langten in den geflochtenen Weidenkorb und fischten dann die gewünschte Anzahl hervor.

Grazer Stadtplauderei: Wagner Breze
Grazer Stadtplauderei: Die köstliche Wagner-Breze

 

Einzigartige Faschingsparty

44. Am 10. Februar 1970 wurde zum ersten Mal ein Faschingsumzug durch die Grazer Innenstadt veranstaltet.

45. Bald wurde der Faschingsdienstag in Graz zu einem inoffiziellen Feiertag.

46. Die ganze Innenstadt wurde zur Faschingspartyzone erklärt, die meisten Grazerinnen und Grazer waren maskiert unterwegs.

 

Als die „FuZo“ eingeführt wurde

47. Ab 1964 kam es zu einer rasant ansteigenden Motorisierung und das Ziel der damaligen Stadtregierung war klar definiert: Graz sollte zu einer autogerechten Stadt werden.

48. Bei einer Passantenerhebung im Jahr 1971 sprachen sich 96,5 Prozent von über 3700 Befragten für eine Fußgängerzone aus.

49. Heute ist die Grazer Fußgängerzone nicht mehr wegzudenken.

 

Auf dem Wasser und übers Eis

50. Die große Zeit des Hilmteichs begann 1841, als die Elisabethstraße errichtet und jener Teich, auf dem die Grazer bis dahin Schlittschuh gelaufen waren, zugeschüttet wurde.

51. Ein besonderer Höhepunkt in der kalten Jahreszeit war das große Faschingsfest, das alljährlich stattfand und bei dem sich Piraten, Prinzessinnen, Indianer, Cowboys sowie andere bunt verkleidete Gesellen auf der großen Fläche bewegten.

52. Im Frühjahr startete dann die nicht minder beliebte „Schifferlsaison“.

Grazer Stadtplauderei: Lieblingsplatz Grazer Hilmteich
Grazer Stadtplauderei: Hilmteich einst und jetzt

 

Und sie strampeln doch!

53. VP-Planungsstadtrat Erich Edegger, selbst begeisterter Radfahrer und Befürworter einer „Rad-Stadt“ Graz, hatte zwar längst ein Konzept ausgearbeitet, doch es gelang ihm nicht einmal in der eigenen Partei, seine konkreten Vorstellungen einer „menschengerechten“ Stadt durchzusetzen.

54. In einer Nacht und Nebelaktion malten einige Mitglieder der Aktionsgemeinschaft „Alternative Verkehrspolitik Graz“ Mitte Juni 1980 in der Wilhelm-Fischer-Allee im Stadtpark einen improvisierten Radweg – gewissermaßen die „erste Teilstrecke des Grazer Radwegenetzes“.

55. 1981 wurde dann das Radwegekonzept vom Grazer Gemeinderat hochoffiziell beschlossen.

 

Und? Fallen Ihnen schon Geschichten und Anekdoten ein?

 

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Geschichten aus Graz

Für weitere Impulse lesen Sie bitte: Inspiration Döbling – 55 Sätze aus „Ruckerlbahn, Reben und Rekorde“.

Viel Vergnügen!

 

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