Aufsteirern inspiriert – 55 Sätze aus „Eine Leiche für Helene“

Aufsteirern inspiriert – 55 Sätze aus „Eine Leiche für Helene“

Alle Jahre wieder findet im September das Aufsteirern in Graz statt. Das einzigartige Volksfestival verwandelt seit 2002 die Altstadt der steirischen Murmetropole für drei Tage in ein buntes Trachtenparadies.

So etwas gibt es sonst nirgends. Und dazu auch noch in einem so schönen Ambiente mit mediterranem Flair. Hier spielt sich´s ab!

Also hinkommen – idealerweise im Dirndl oder mit Lederhose – und sich gemeinsam mit und von den rund 100.000 Gästen inspirieren lassen.

 

Impuls Aufsteirern

Bis zu meinem ersten Aufsteirern war Tracht für mich etwas zu Traditionelles, mit dem ich mich nicht so richtig anfreunden konnte.

Doch dann besuchte ich vor Jahren dieses fröhliche und einzigartige Volkskulturfest und mir wurde klar, dass steirische Tracht zu jedem passt und mich das Aufsteirern jedes Jahr aufs Neue wunderbar inspiriert.

Meine Recherchen im Steirischen Heimatwerk ergaben dann, dass es in der Steiermark rund 300 unterschiedliche Frauentrachten und über 100 Männertrachten gibt. Also da ist wirklich für jeden was dabei. Mir persönlich hat es der schnittige Steirische Gehrock angetan.

Steirischer Gehrock
Besuch im Steirischen Heimatwerk: Vorfreude aufs Aufsteirern im coolen Steirischen Gehrock 🙂

Wie viele Impulse mir das Aufsteirern bereits geschenkt hat, kann man in meinen amüsanten Geschichten und Romanen rund um Helene Kaiser lesen, die alle in Graz und der Steiermark spielen.

Darin verwebe ich erstmals auch Trachten-Elemente: So kauft Helene in „Eine Leiche für Helene“ ein fesches Dirndl ein, erhält einen entscheidenden Hinweis in einem Trachtengeschäft und überführt die Täter schlußendlich während eines Steirerabends.

Im zweiten Band „Schöne Bescherung für Helene“ spielt eine Szene beim Aufsteirern Christkindlmarkt. Und in den 30 Rätselkrimis in „Helene Kaiser ermittelt“ geht es ebenfalls ziemlich steirisch zu 🙂

Turbulenter Graz-Krimi

Das Aufsteirern findet jedes Jahr am ersten Wochenende nach Schulbeginn statt. Die Handlung im ersten Band beginnt kurz davor und fängt die Stimmung des ausklingenden Sommers in der Murmetropole ein.

Just an ihrem 50. Geburtstag stolpert Helene Kaiser über eine Leiche, die dann wieder verschwindet. Für alle ist klar: Helene ist nicht ganz bei Sinnen. Für Helene steht fest: sie muss auf eigene Faust ermitteln.

Die Mörderjagd führt sie kreuz und quer durchs idyllische Graz und die grüne Steiermark, wo Helene sogar in die Luft geht – mit einem Ballon.

Natürlich handelt es sich hier nicht um einen blutrünstigen Thriller sondern um einen amüsanten Kriminalroman mit viel steirischem Lokalkolorit.

 

55 Sätze aus: Eine Leiche für Helene

1. „Heute Nacht machen wir kurzen Prozess.“

2. Ich fühlte mich wie eine Hundertjährige, die aus dem Bett kroch.

3. Genau doppelt so alt, wie ich demnächst werden würde.

4. Die Falten rund um meine Augen und im Gesicht störten mich nicht mehr, seitdem ich mir angewöhnt hatte, morgens ohne Brille in den Spiegel zu blicken.

5. „Helene, ich habe die Möglichkeit, für einige Monate in den Senegal zu gehen.“

6. Thomas war nun 54 Jahre alt, und mir war lieber, er tobte sich im Job aus, als dass er mit einer 30 Jahre jüngeren Sexbombe im knallgelben Ferrari die Gegend unsicher machte.

7. Zu guter Letzt stellte mich meine liebe Tochte Valerie, die Pferdenärrin, vor die vollendete Tatsache, dass sie ihr BWL-Studium für eine Weile auf Eis legen und stattdessen nach Island ziehen wollte.

8. Das mit dem Herrichten der Wohnung war dann so eine Sache: Eigentlich hatte ich sie nur ein bisschen verschönern wollen.

9. Es war manchmal leichter, einen freien Termin bei einem Generaldirektor eines börsennotierten Unternehmens zu bekommen als bei einem Fliesenleger.

10. Wenn ich nur im Entferntesten geahnt hätte, welche unliebsame Geburtstagsüberraschung mir noch bevorstand, wäre ich lieber in meiner Ruine geblieben und hätte mir die Decke über den Kopf gezogen.

Eine Leiche zum Geburtstag

11. „Ich schreib Society-Geschichten, und da lebe ich halt von Klatsch und Tratsch“, erzählte Corinna und dass sie sich auch mit den Leuten aus der Umgebung, darunter Politiker, Bauern und Handwerker, angelegt hatte und nicht einmal vor dem Lieben Gott und seinen Stellvertretern auf Erden haltmachte.

12. Als ich in der Handtasche nach meinem Handy kramte, entdeckte ich das Kuvert.

13. „Corinna? Um Gottes Willen“! Was ist mit Ihnen?“

14. Ich beugte mich über die leblose Gestalt.

15. Mit dem heutigen Tag war ich ein halbes Jahrhundert alt, aber ich fühlte mich definitiv zu jung zum Sterben.

16. Ich saß in der Falle.

17. „Was tun denn Sie da?“

18. „Zwei Männer haben eine Frau ermordet und gerade die Leiche beseitigt. Bitte rufen Sie sofort die Polizei“, kommandierte ich.

19. „Ham S’ zu viel übern Durst getrunken? Oder sind S’ etwa eing’raucht?“, fragte der Nachtportier.

20. Wenn der Nachtportier bereits über den nächtlichen Vorfall berichtet hatte, dann verbreitete sich die Nachricht, dass eine Verrückte im Hotel wohnte, die Leichen sah, sicher wie ein Lauffeuer.

Aufsteirern inspirierte zu Eine Leiche für HeleneEine Leiche für Helene
Kriminalroman (Gmeiner)

 

Ermittlungen auf eigene Faust

29. „Würde ich dich nicht so gut kennen, würde ich meinen, dass du jetzt völlig übergeschnappt bist“, sagte Karin.

30. Viel lieber wäre ich jetzt im Grazer Kaufhaus Kastner & Öhler gewesen, hätte mir das eine oder andere Geburtstagsgeschenk gegönnt und danach frischen Minztee auf der Dachterrasse im sechsten Stock samt schöner Aussicht auf die roten Dächer der Altstadt genossen.

31. Was ich bisher ausgegraben hatte, war wohl nur die Spitze des Eisbergs.

32. Möglich, dass sich ihr Mörder gedacht hatte, besser ein Ende mit Schrecken für sie, als ein Schrecken ohne Ende für ihn.

33. Ich hätte nie gedacht, dass die Doppelgängerin so unverfroren sein würde, Corinnas Platz in Wien einzunehmen.

34. „Wenn ich geahnt hätte, dass sie mich nachher derart fertigmachen würde, hätte ich meine Finger von ihr gelassen.“

35. „Und dachten Sie mal daran, ihr deswegen den Hals umzudrehen?“, fragte Karin unverblümt und rieb sich gleich darauf ihr Schienbein, gegen das ich trat.

36. „Wenn ich das so lese, dann traue ich einigen zu, die anonymen Drohbriefe verfasst zu haben, die Corinna Ringel mir zugesteckt hat.“

37. „Also ich besuch dich nachher nicht im Irrenhaus, wenn sie dich einliefern.“

38. Mein steirischer Sturschädel ließ nur eine Antwort zu: „Auf eigene Faust ermitteln, was sonst?“

Aufsteirern Steierhut und Lederhose
Trägt auch der Täter Steirerhut und Lederhose?

 

Familienidylle

31. „Entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie störe, aber wissen Sie, ich habe einen Wasserfleck an meiner Zimmerdecke …“

32. Der Installateur war so gut wie tot.

33. Neugierig drehte ich mich um, und da standen sie: Valerie mit einem Happy-Birthday-Luftballon und Patrick mit einem Blumenstrauß in den Händen.

34. Die lieben Kinder. Sicher glaubten sie, dass mit 50 das Leben quasi zu Ende war.

35. Irgendwo hatte ich einmal gelesen, dass sich Gehirne von Teenagern gerade mal 14 Sekunden auf ein Gespräch konzentrieren konnten.

36. „Können Sie mir einen Tipp geben, wo ich auch so ein hübsches Dirndl finden kann?“

37. Später saßen wir vier im Whirlpool mit Blick auf den beleuchteten Schloßberg, tranken aus den kleinen Sektflaschen, die wir verbotenerweise hineingeschmuggelt hatten, und für einen schönen Moment war mein Leben wieder rundum in Ordnung.

38. „Da bin ich nur hergefahren, um deinen Geburtstag zu feiern, stattdessen muss ich mit dir Mörder jagen.“

39. Meine liebe Freundin tat ja gerade so, als wenn ich mir dieses Geburtstagsprogramm freiwillig ausgesucht hätte.

40. Ich resümierte: Die Frau war nicht Thomas‘ Sekretärin, war jedoch im Besitz des Handys meines Mannes, und sie wusste, dass ich seine Frau war.

Aufsteirern für die Grazer und eine Leiche für Helene
Während Graz dem Aufsteirern entgegen fiebert, muss Helene Mörder jagen.

Mörderjagd in Graz und der Steiermark

41. „Wenn Sie diesen Brief erhalten, dann sind leider alle meine Befürchtungen eingetroffen und meine Hoffnung, bald wieder ein paar Steirer-Colada mit Ihnen zu trinken, hat sich nicht erfüllt.“

42. Viel lieber wäre ich an den Thalersee gefahren, als diesen vermaledeiten Mördern hinterherzujagen.

43. „Sie meinen jetzt aber nicht die Funzn, die uns kürzlich unterstellt hat, dass wir unsere Truhen billig in China fertigen lassen und sie hier teuer als Handarbeit verkaufen?“

44. „Wütend? Umbringen hätt ich sie können!“

45. „Eifersucht ist ja nach wie vor eines der häufigsten Mordmotive überhaupt“, grübelte ich laut.

46. Diesmal führte uns der Weg in die liebliche Landschaft des oststeirischen Hügellandes.

47. „Blumenstraße, Schlösserstraße, Apfelstraße – was dein Herz begehrt.“

48. Und genau in diesem Moment, in dem ich den wohl größten Traum der Menschheit erlebte, nämlich frei wie ein Vogel dahinschweben zu können, fiel mir ein, dass ich vergessen hatte, den Wasserkübel in der Wohnung auszuleeren.

49. Am Bauernmarkt am Lendplatz kaufte ich eine Flasche Kernöl, Käferbohnen und ein Stück Speck – typisch steirische Spezialitäten als Bestechung für Karin, um sie wieder ins Ermittlerboot zu holen.

50. „Wir sehen uns beim Abendessen“, verabschiedete sich meine verliebte Freundin und eilte ihrem Graz-Abenteuer entgegen.

Aufsteirern mit Steirerhut - Helene auf der Hut
Mit Trachtenhut auf der Hut.

Steirisches Finale

51. Was bald darauf in meiner Wohnung ablief, mutete wie eine Posse an: Die Hauptakteure waren die Handwerker und ich das zahlende Publikum, das keinerlei Einfluss auf die Handlung hatte und von dem letztlich nur Applaus erwartet wurde.

52. Ich drehte mich in einem türkisfarbenen Dirndl vor dem Spiegel.

53. Auf der Bühne wurde gejodelt, getanzt und gesungen, was das Zeug hielt.

54. Ich umarmte Karin zum Abschied und wünschte ihr viel Spaß beim Aufsteirern.

55. “Geh zur Polizei“, lallte ich. „Sie haben die Leiche …“

Aufsteirern inspirierte zu Eine Leiche für HeleneEine Leiche für Helene
Kriminalroman (Gmeiner)

Realität und Fiktion

Die Handlungen meiner Romane sind übrigens immer frei erfunden und ich bin weder Helene noch Paula oder sonst eine meiner Serienfiguren 🙂

Allerdings habe ich Helene meine Liebe zu meiner Geburtsstadt, einige meiner Kindheitserinnerungen und Lieblingsplätze aus Graz geschenkt und ihr so manches Problemchen aus dem 50plus-Umfeld angehängt.

Für alles Positive habe ich weitgehend das idyllische Lokalkolorit von Graz eingebaut, einiges ist erfunden. Bei der fiktiven Krimihandlung wären Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen, Namen oder Vorkommnissen wirklich nur rein zufällig und keinesfalls von mir beabsichtigt.

 

Viel Inspiration beim Aufsteirern!

 

Zu meinem Wikipedia-Profil.

Wie ich Autorin wurde.

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